Die internationale Elephant Parade® verbindet Kunst mit gesellschaftlichem Engagement und macht weltweit auf den Schutz asiatischer Elefanten aufmerksam. Von Kunstschaffenden und Persönlichkeiten individuell gestaltete Elefantenskulpturen verwandeln öffentliche Räume in farbenfrohe Ausstellungsorte und tragen die Botschaft des Artenschutzes in die Öffentlichkeit.
Im März 2020 startete die Swiss Tour in Rapperswil, initiiert von Franco und Claudia Knie. Mehr als 60 individuell gestaltete Elefantenskulpturen waren Teil der Ausstellung. Weitere geplante Stationen am Flughafen und Hauptbahnhof Zürich mussten aufgrund der Corona-Pandemie zunächst verschoben werden.
Kunst · Awareness · Fundraising · Education
Elephant Parade® zeigt, wie Kunst Aufmerksamkeit schaffen, Menschen berühren und gesellschaftliches Engagement fördern kann. Ein Teil der Erlöse unterstützt Projekte zum Schutz und Erhalt asiatischer Elefanten.
Isabelle Habegger gestaltete für die Swiss Tour zwei ganz unterschiedliche Charaktere: Eglantine und TARA.
Eglantine verkörpert mit ihrer farbenfrohen Gestaltung Lebensfreude, Leichtigkeit und einen fröhlich-frechen Charakter. Sie begegnet ihrem Publikum unmittelbar und macht die positive Kraft der Kunst sichtbar.
TARA ist von der Göttin des Heilens inspiriert und steht für Hoffnung, Mitgefühl und Erleuchtung. In Isabelle Habeggers Interpretation wird sie zu einer kraftvollen Botschafterin für Zuversicht, Veränderung und den Glauben an eine lebenswerte Zukunft.
Zwei unterschiedliche Charaktere, verbunden durch eine gemeinsame Idee: Kunst als Botschafterin für Aufmerksamkeit, Verantwortung und nachhaltiges Handeln.
Let’s paint a brighter future.


Interview mit Isabelle Habegger
Du bist über Umwege zur Kunst gekommen. Wie sah Dein Weg aus?
Schon mit 14 Jahren habe ich begonnen, Porträts zu malen. Als ich mit 18 Jahren in die Kunstgewerbeschule eintreten wollte, sagte mein Vater, ich solle zuerst etwas Rechtes lernen. So wurde ich Arztassistentin , später habe ich in der Computerbranche gearbeitet. Neben Beruf und Familie war ich weiterhin künstlerisch tätig. Mit 34 Jahren habe mich dann doch noch für die Kunstgewerbeschule eingeschrieben.
Welche Art von Kunst machst Du?
Ich male und fertige Skulpturen, vor allem bewegliche Installationen. Eine Spezialität von mir sind ausserdem Performances mit Musikern. Daneben unterrichte ich Schüler aller Altersstufen.
Für die Elephant-Parade hast Du zwei sehr unterschiedliche Elefanten gemacht. Wie bist du auf die Idee gekommen?
Das Kinderbuch «Eglantine, la coquine» hat mich auf die Idee gebracht einen fröhlichen, frechen Elefanten zu kreieren, der insbesondere die Kinder ansprechen soll. Eglantine ist geerdet, lacht verschmitzt und hatte die witzige Idee, sich selbst zu bemalen. Den Pinsel hält sie noch immer im Rüssel. Natürlich hat sie noch eine besondere Überraschung auf Lager.
Gibst Du diese Überraschung preis?
Neben den orangen und grünen Punkten habe ich auch fluoreszierende Punkte aufgetragen. Sie leuchten im Dunkeln. Die schelmische Eglantine zu malen hat mir Spass gemacht. Ich hatte immer ein Lächeln im Gesicht, als ich an ihr arbeitete. Meinen Schülern gefällt sie sehr.
Was ist Dir durch den Kopf gegangen, als Du Tara maltest, Deinen zweiten Elefanten für die Elephant-Parade?
Ich wollte einen figurativen und gleichzeitig einen symbolischen Elefanten erschaffen. Tara, die indische Göttin des Heilens, zeigt jenen Teil von mir selbst, den ich als Arztassistentin verkörperte. Mit der Lotusblüte auf der Stirn, einem Symbol der höchste Form der Erleuchtung, vermittelt sie Hoffnung auf Heilung. Für Buddhisten bedeutet die rosa Lotusblüte, dass man im Nirvana, im Paradies anlangt. Zu hoffen ist wichtig – für die bedrohten Elefanten, für die ganze Natur.
Neben den vielen Symbolen fallen auch Taras Augen auf.
Sie bescherten mir eine schlaflose Nacht. Zuerst wollte ich Tara keine Augen malen, denn jemand der heilt, der muss nicht sehen, der muss spüren. Sein Blick ist nach innen gerichtet. In der schlaflosen Nacht habe ich mich dann aber doch entschieden, Augen zu malen – aber spezielle. Taras Pupillen sind goldgesprenkelt, der Blick ist entrückt. In Taras Augen spiegelt sich das ganze Universum.
Eglantine
«Dieses fröhliche Elefantenmädchen liebt Kinder», sagt Künstlerin Isabelle Habegger. «Sie ist ein richtiges Schlitzohr und hat immer eine überraschende Idee auf Lager.» Für die Elephant-Parade hat Eglantine in aller Heimlichkeit zu Farbtopf und Pinsel gegriffen und sich ein neues Kleid verpasst. Statt sich in bravem Weiss zu präsentieren, kommt sie jetzt mit leuchtenden Farben gesprenkelt daher. Der Blick in ihre verschmitzten Augen lässt ahnen, dass Eglantine noch einen weiteren Spass bereithält – allerdings nur für Nachteulen.
Tara
Die ganze Weite des Universums spiegelt sich in den Augen von Tara. «Ihre Augen zeigen, dass sie der Welt entrückt ist, mehr fühlt und mehr sieht als andere», sagt Isabelle Habegger, die Tara erschaffen hat. Die geheimnisvolle Elefantendame ist nach der indischen Göttin Tara benannt und wie diese eine Heilende. Die rosa Lotusblüte wie auch die Grüntöne von Tara symbolisieren Wiedergeburt und Erneuerung. Als Ausdruck von Gesundung und Tod trägt Tara ein Ying-Yang-Zeichen auf dem Rücken. «Mit ihrer Tiefgründigkeit und ihrer Fähigkeit zu heilen verkörpert Tara ein Stück von mir selbst», sagt die Künstlerin.